Montag, 15. September 2008

Nacktwandern im Appenzellerland

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Aufgeschnappt aus der Printpresse der letzten Tage!


Zitate:


Zehn deutsche Männer wandern nicht nur auf dem Pfad der Tugend – sie erstürmen die Gipfel der Sächsischen Schweiz ausschliesslich textilfrei.



Der Zeitung «Bild» erzählten die Nudisten ihre Beweggründe: «Wir brauchen keine Klamotten, müssen nicht waschen, sparen dadurch Zeit und schonen die Umwelt.»



Die Polizei hatte dafür aber wenig Verständnis: Da Zipfelstürmer Siegfried Grawert (51) die Bussen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses nicht zahlen wollte, sitzt er nun für zehn Tage im Knast.



Die blaue Gefängnis-Kleidung stimmte ihn allerdings depressiv – nun darf er seine Strafe nackt absitzen. Aber in einer Einzelzelle.

Quelle




Wie ein Verbrecher behandelt



Die Sonne brennt, als Rolf S. (44) von der Schwägalp Richtung Wasserauen wandert. Auf halber Strecke wird ihm heiss, er packt die Kleider in den Rucksack, samt Unterhose. «Ich schwitze abnormal stark», sagt der Ostschweizer.



Über eine Stunde stapft er durch Wälder und Wiesen, nackt wie Gott ihn schuf – für ihn nichts Ungewöhnliches. Er betreibt gelegentlich FKK und war schon öfters ohne Kleider in den Bergen unterwegs. Fünf Wanderer kommen ihm entgegen. «Diese haben nicht reagiert. Bisher hatte niemand ein Problem mit mir.»



Doch kurz vor Wasserauen versteht Rolf S. die Welt nicht mehr. Mitten auf dem Wanderpfad steht ein Polizist. «Hosen anziehen, Ausweis zeigen, mitkommen!» Ein Mann habe sich über Rolf S. beschwert, weil er den Anblick nackter Tatsachen als «unzumutbar» empfand.



Rolf S. wird abgeführt. «Auf dem Polizeiposten wurde ich wie ein Verbrecher behandelt», sagt er. Die Beamten wollten ihm nicht glauben, dass er mutterseelenallein unterwegs war. Zudem sollen ihm die Amtspersonen mehrere Tage Haft angedroht haben, mit dem Hinweis: «Oben hat es Betten frei.»



Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden behauptet, sie habe sich keine Blösse gegeben. «Wir erfüllen nur unsere Pflicht, sagt Sprecher Paul Broger (55).



Nach mehr als einer Stunde Verhör ist Rolf S. wieder auf freiem Fuss: diesmal allerdings in Kleidern. Ihn packt der nackte Zorn. «Ich bin doch kein Exhibitionist.» Trotz der Anzeige will Rolf S. unverdrossen weiter nackt wandern. «Aber nicht mehr in Appenzell Innerrhoden.»



* Name der Redaktion bekannt



Quelle


Zitat Ende.





Rechtliches:

Rechtlich bewegt sich der Nacktwanderer im Niemandsland. Der Straftatbestand Exhibitionismus setzt die sexuell motivierte öffentliche Entblössung der Geschlechtsorgane voraus. Aus diesem Grund werden pro Jahr etwa 100 Personen verurteilt.



Weil der Ostschweizer aber in aller Unschuld unterwegs gewesen sein will, klärt die Staatsanwaltschaft in Appenzell Innerrhoden ab, ob sie ihn nach dem kantonalen Übertretungstatbestand «Lärm und Unfug» bestrafen kann.





Kommentare aus der Presse:

1.Ja so ist das halt, Nacktwanderer spüren die komplette Härte unserer Gesetze, obwohl sie niemandem etwas zu Leide tun. Handkehrum werden Totschläger freigesprochen. Unsere Justiz ist krank!



2. Mich würde interessieren, was Eltern ihren Kindern in einem solchen Fall sagen wollen? Was soll das? "Ja, die Kinderlein kommen mit Unterhosen und T-Shirts auf die Welt. Darum hatte deine Mutter so Mühe bei der Geburt." So ein Mist. Ich bin erstaunt, dass es immer noch solche Ignoranten und verkockste Typen gibt. Krieg, Leichen, Brutalität kann man täglich überall im TV und Zeitungen sehen und sind o.k., aber nackte Leute, nein, damit kann Mensch nicht umgehen. Ich bin froh, hatte ich nicht solche altgebackene und moralpredigende Eltern. Soll der doch nackt wandern, wenn es ihm gefällt und gut tut. Guckt einfach nicht hin...



3. Es ist eine Zumutung gegenüber allen Andern, wie auch Familien mit Kindern. Meiner Meinung nach sind diese Typen Abartig veranlagt. Es gibt genügend leichte Sportkleidung in den Fachgeschäften. Man sollte diese Leute mit hohen Bussen belegen, bei Wiederholung mit Haft.



4. Als "Nicht-Nackter" wurde ich in den Ferien schon oft "gezwungen" Nackte anzuschauen, oder musste meinen Platz räumen, weil es mich ekelte. Ich glaube nicht, dass es die Nackten stört, wenn die Leute angezogen sind. Umgekehrt stört es doch gewaltig, wenn man die Geschlechtsteile anschauen muss. Warum können die Leute darauf nicht rücksicht nehmen und sich in öffentlichen Räumen einfach anziehen?





Honigbaerli meint:

Da kann ich nur sagen wie kann man so prüde sein! Ich kann ja nachvollziehen, dass in Städten und stark frequentierten Orten Nacktheit verpönt ist aber in Gottes freier natur...

Wer sich daran stört und mit dem Argument kommt wie wirkt das auf Kinder oder wie erkläre ich es diesen kann ich nur raten klärt eure Schützlinge auf und gebt ihnen zu verstehen dass wir nackt auf die Welt kommen und auch nackt wieder von dieser Welt gehen und das es normal ist! Ein Kind kann das verstehen! und an die die meinen das fördere den päderasten Kult kann ich nur sagen: dann geht mal in die katholischen Pfarrhäuser und andere kirchlichen Orte und ihr seht die päderasten haben meistens eine kutte oder sonst feierliche Kleidung.. und die werden vom Gesetz ja meistens auch noch verschont!



Und wie hätte man wohl von den Ordnungshütern her reagiert wenn eine Frau nackt herumgelaufen wäre?



Ich kann mal für mich sprechen, ich bin zu hause immer nackt unterwegs in meiner wohnung..darum dauert es dann meistens wenn die hausglocke geht etwas länger bis ich die türe öffne!
Auf wanderungen ausserhalb der stark frequentierten Städten und Dörfern habe ich mich auch schon nackt ausgezogen..aber zukünftig werde ich das wohl nicht mehr tun können, weil dann überall Ordnungshüter stehen und lechzen einen strafbestand oder geld für die staatskasse zu kassieren...Ich überlege mir mal ob ich nächstes jahr nacktwanderungen im Emmental organisiere..ist nähmlich auch ein schönes gebiet!

Liebe Leser was meint ihr, wie seht ihr das?

Ich freue mich über Kommentare die Diskussion ist eröffnet!



Herzlich euer Andreas




1 Kommentar:

Chrottepösche hat gesagt…

Jaja, das Emmental ist ja schon altes Nacktwandergebiet. Peter Niehenke ist dort jahrelang gewandert, toleriert von der lokalen Bevölkerung.
Aber warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
Der "Rolf S." ist ja von der AI-Polizei lediglich auf den letzten paar 100m seiner Wanderung begleitet worden.
Polizei und Staatsanwalt haben von "Erregung öffentlichen Ärgernisses" gefaselt. So what? Diesen Straftatbestand hat die Landsgemeinde 2006 abgeschafft, und keine Strafe ohne Gesetz, auch keine Busse.
Du kannst also fröhlich spazierengehen im Alpstein. Vielleicht bekommst Du dann in Brülisau oder Wasserauen abends eine Gratisfahrt nach Appenzell, wo ein paar Uniformierte ihren Unmut an Dir auslassen. Presse und TV werden sich freuen über Deinen Bericht.

Herzlich
Chrottepösche